Abusir und Sakkara

Die erste Tour des dritten Tages ging nach Abusir, einem Pyramidenkomplex aus der 5.Dynastie. Wir waren mal wieder die einzigsten Touristen und mit der entsprechenden Aufmerksamkeit wurden wir empfangen. Mehrere mit Galabeyas bekleidete Ägypter empfingen uns vor einem kleinen Steinhaus am Eingang des Ausgrabungsareals. Einer von ihnen führte uns hindurch.

Die Pyramiden von Abusir


Ausser uns waren nur in Galabeyas
gehüllte Ägypter in Abusir.


Zeljka klettert gern

Wir kletterten durch die Ruinen und Zeljka kletterte sogar auf die Pyramide des Sahure. Auf halber Höhe musste sie jedoch umkehren, weil der Wächter sie heftig gestikulierend zum Umkehren aufforderte. Über ihr kreiste nämlich ein Falke, der sein Nest auf der Pyramide bedroht sah und sich auf den Angriff vorbereitete.
Zum Trost ging der Wächter dann später mit ihr zusammen auf die Pyramide des Niuserre.
Nach unserer Erforschung des Geländes ging Atef auf eine benachbarte Mango-Plantage und pflückte dort eine Tüte voller Mangos. Am Wachhäuschen verteilte er sie an uns und an die Wächter. Mit einem ollen Taschenmesser wurden sie halbiert und mit grossem Geschlabber gegessen. Hinterher schüttete einer der Ägypter uns Wasser aus einem Kanister zum Waschen über die Hände. Alles in allem waren sie sehr nett und zuvorkommend. Aber sie haben bestimmt auch genug Bakschisch von Atef, unserem Reiseführer bekommen.

Lustige Reisegruppe. Hier beim Hüte-Tausch.


Kletterpartie durch die Ruinen von Abusir.

--------------Ägypten-Wissen--------------

Abusir

Abusir liegt zwischen Kairo und Sakkara. Dort stehen fünf ziemlich verfallene Pyramiden. Eigentlich sehen sie eher wie große Sandhügel als wie Pyramiden aus. Dass die Pyramiden so zerfallen sind liegt vermutlich einerseits am Material (Kalkstein), andererseits daran, dass im Gegensatz zu den besser erhaltenen Pyramiden, wesentlich kleiner Steinblöcke verwendet wurden.

Die Pyramide des Sahure. Im Vordergrund zwei erhaltene Palmsäulen.
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Auf diesem Granitblock ist die Kartusche des Königs Sahure eingemeisselt.
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Hier gibt es nicht nur Sand und Steine, es gibt auch einen kleinen Mini-See in Abusir.

Wieder ein Rätsel mit dem sich Wissenschaftler beschäftigen: Die Kernbohrungen von Abusir. Woher hatten die Ägypter das Wissen um solche Steinarbeiten durchführen zu können? Diese Bohrart wurde eigentlich erst 1876 von Alfred Brandt erfunden und ist recht aufwändig bei solch hartem Stein.

Diese Löcher sehen zwar auch recht merkwürdig aus, sind aber wohl auf natürlichem Wege entstanden.

Diesen Sarkophag findet man in der Mastaba des Ptahschepses.
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Hier kann man zu dem Sarkophag runter krabbeln. Ein ziemlich enger Durchgang.

Die Mastaba von Ptahschepses. Er war ein hoher Würdenträger unter König Sahure.
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Von Abusir aus kann man bis zur Stufenpyramide von Sakkara gucken.
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Heuschrecke
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Dieses Loch stammt laut Aussagen von Atef
von einem Skarabäus, dem heiligen Käfer
der alten Ägypter.



Wasserbüffel
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Kinder mit Esel
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Weiter geht´s Richtung Sakkara. Unterwegs erzählen wir Petra, die das erste Mal in Kairo ist, dass in den Nebenarmen des Nils immer tote Pferde rumliegen. Haben wir zumindestens schon gesehen. Petra war daraufhin ziemlich schockiert und wagte es kaum noch aus dem Fenster zu schauen.
In Sakkara angekommen, haben wir uns erstmal schrecklich aufgeregt. In den Mastabas von Sakkara durften wir nicht fotografieren. Die Wächter wollten sogar, dass wir am Eingang die Kameras abgeben (wir haben uns aber strikt geweigert). Atef stritt sich ganz heftig mit dem Sicherheitspersonal aber die liessen sich nicht erweichen. Daher sind die Bilder aus der Mastaba des Mere-Ruka, die ich weiter unten zeige aus dem Jahre 2001.
Als wir dann in den Mastabas waren, haben wir uns nochmals schrecklich aufgeregt. Diesmal jedoch über andere Touristen, die in großen Gruppen durch die Gänge zogen. Es war schockierend. Die einen lehnten sich mit ihren verschwitzten T-Shirts an die uralten Zeichnungen, wieder andere prüften durch Wischen mit den Fingern, ob die Farben echt sind und eine Französin fand es ganz normal sich und ihre Freunde direkt neben einer bunten Wand mit Wasser aus einer Sprühflasche zu besprenkeln. Ob das täglich dort so ab geht? Wie lange halten die Kunstwerke unter diesen Umständen noch? Warum sind die Wächter und die Reiseführer nicht aufmerksamer?

Ein Souvenir-Verkäufer. Er hat Hüte, Papyrus und Postkarten.
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--------------Ägypten-Wissen--------------

Sakkara

Als Memphis noch die Hauptstadt des alten Ägyptens war, diente Sakkara als Gräberstadt für die Könige und hohen Beamten. Hauptattraktion in Sakkara ist die Stufenpyramide, die erste Pyramide, die in Ägypten gebaut wurde.

Der Eingang zum Grab des Mere-Ruka.
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Wunderbare Wandreliefs in den Mastabas von Sakkara. Hier die Nilpferdjagd in der Mastaba des Mere-Ruka.
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Diese Treppe, die für uns Touristen gesperrt ist, führt hinab in die Grabkammer mit Sarkophag.

Die Mastaba des Wesirs Mere-Ruka ist das größte bisher gefundene Privat-Grab des Alten Reichs. Es umfasst 32 Räume.
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Der Säulengang am Eingang des Djoser-Bezirks

Die Ausführungen unseres Führers Atef genossen wir in der schattigen Säulenhalle.


Die Stufenpyramide des Pharaos Djoser. Er war der erste, der auf die Idee kam eine Pyramide zu bauen.
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Die Kapellen im Heb-Sed-Hof wurden sorgfältig wieder aufgebaut. Hier wurde seinerzeit vermutlich die Krönung des Königs mit der Doppelkrone während des Sed-Festes durchgeführt.
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Das sogenannte Uräenfries. Eine Mauerverzierung mit aneinander gereihten heiligen Kobras.
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Die Pyramide war früher mit glatten, weissen Steinen verkleidet. Mit der Zeit wurde das meiste davon abgetragen. Teils durch Witterung, teils durch die Menschen, die die Steine für andere Gebäude benutzt haben. Auf diesem Bild kann man sehen wieviel von der Pyramide abgetragen wurde, denn dort stehen noch die Steine der Original-Aussenverkleidung.
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Hinter der Stufenpyramide befindet sich das Serdab. Darin befindet sich eine lebensgroße Statue des Pharaos Djoser. Inzwischen aber nur noch eine Nachbildung. Das Original steht im Ägyptischen Museum.

Im Serdab sind zwei Gucklöcher, durch die die Statue (in die nach dem Tode ja die Seele des Pharaos gelegentlich reinfahren sollte) rausgucken konnte. Jetzt können die Touristen reingucken und das sieht dann aus wie auf dem Foto.
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