Memphis und Dashur

Bevor wir in Memphis die Alabaster-Sphinx und die große Ramses-Statue besichtigten, kehrten wir in einem kleinen Gartenlokal gegenüber des Besichtigungsareals ein. Reiseführer Atef hatte unterwegs süsse Brote und Feigen gekauft, die wir jetzt dort im Lokal auspackten. In Ägypten ist das anders als in Deutschland. Dort darf man ruhig auch mal sein Essen in ein Lokal mitbringen und nur was zu trinken bestellen.

Kurze Pause in einem Gartenlokal

--------------Ägypten-Wissen--------------

Memphis

Memphis war die erste Hauptstadt des vereinigten Ägyptens. Von ihrem einstigen Glanz ist jedoch nicht mehr viel übrig geblieben, weil das alte Memphis als Steinbruch für die neue Hauptstadt Kairo benutzt wurde. Nur in einem kleinen Freilichtmuseum kann man noch ein paar Funde besichtigen.

Die grosse Ramsesstatue im Freilichtmuseum sollte man sich unbedingt angucken, auch wenn es tatsächlich Reiseführer gibt, die sagen, dass die nicht so wichtig sei...
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Der 10,5 m grosse, jetzt auf dem Rücken liegende Koloss von Ramses II wurde 1820 in Memphis gefunden.

Die Faust der grossen Ramses-Statue umfasst den Amtsstab mit dem Geburtsnamen Ramses II.
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Im Freilichtmuseum von Memphis dürfen natürlich auch die Souvenirverkäufer nicht fehlen. Ihre Häuschen stehen mittendrin.
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Eine weitere große Granitstatue aus der 12. Dynastie, die später aber von Ramses II übernommen wurde (d.h. er hat einfach seine Kartusche reinmeisseln lassen).

Ebenfalls sehr bekannt ist die Alabastersphinx. Man weiss bis heute nicht, welchen Pharao sie darstellen soll. Viele meinen sie sieht aus wie Hatschepsut, andere ordnen sie eher Amenophis II zu.
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An diesem Tag sind wir sehr viel durch Dörfer und an Feldern vorbei gefahren. Unterwegs erklärte der naturbegeisterte Atef immer wieder welche Pflanzen dort angebaut wurden. Einmal liess er den Bus sogar anhalten um uns eine Okra-Schote zu zeigen. Später auf der Nilkreuzfahrt bekamen wir dann auch schliesslich Okra-Schoten-Gemüse zu essen. Schmeckt gut, ähnlich wie Zucchini.

Okraschote

Unterwegs
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--------------Ägypten-Wissen--------------

Dashur

In Dashur gibt es wieder Pyramiden zu sehen. Die bekanntesten davon sind die von Pharao Snofru, die Knickpyramide und die Nord-Pyramide (auch Rote Pyramide genannt).

Die Knickpyramide ist in der Mitte eingeknickt. Man vermutet, dass die Baumeister im falschen Winkel mit dem Bau begonnen haben. Als sie merkten, dass die Konstruktion eventuell nicht hält wurden kurzerhand die Pläne geändert und die Pyramide bekam einen Knick.

Die Rote Pyramide ist da schon besser gelungen. Sie hatte eine Länge von 220 und eine Höhe von 105 Metern. Snofru begann hier von vornherein mit einem sanfteren Gefälle.

Der Aufgang zur Roten Pyramide.

In Dashur wurde an der Roten Pyramide Halt gemacht. Hier konnte man auch mal eine Pyramide von innen besichtigen. Anke hatte von 2001 noch schlechte Erinnerungen an die Rote Pyramide (ziemlich eng, stockfinster und anschliessend drei Tage Muskelkater) aber Petra wollte unbedingt rein. Also erbarmte sich Zeljka und begleitete sie. Und wie das war, das erzählt jetzt Petra selber:

Schilderung der Besichtung von der Roten Pyramide des Pharaos Snofru

Expeditionsteilnehmer: Zjelka und Petra

Autor: Petra

Der Bus brachte uns zur Roten Pyramide, hielt jedoch in einigem Abstand auf einem Parkplatz an. Melanie beschloß, im Bus sitzen zu bleiben.
Ich wollte unbedingt eine Pyramide von innen besichtigen und hatte schon Befürchtungen, dass sich keiner finden würde, der mich begleitete. Zjelka sagte jedoch sofort zu.
Uli und Anke wollten uns zumindest zum Eingang begleiten und dort auf uns warten, was sehr tapfer war, da die Sonne wirklich unbarmherzig vom Himmel brannte.
Nachdem wir zahlreiche, nicht sehr komfortable Treppenstufen hinaufgestiegen sind, erreichten wir den Eingang.
Der Wächter drückte mir eine Taschenlampe in die Hand und erklärte hochdramatisch, dass wir sie unbedingt mitnehmen müssten.
Ich schaute den Eingang hinab. Holzbretter, soweit das Auge reicht mit kleinen Querbalken zum Abstützen. Sah alles sehr abenteuerlich aus. Man hatte fast das Gefühl, man würde in einem weiteren Film von Tomb Raider mitspielen.
Zjelka ging vor und ich rückte nach. Es ging jedoch besser als ich dachte, und nach einem kurzen Abstieg waren wir unten. Wir befanden uns nun in der ersten Vorkammer. Ich war beeindruckt und schaute nach oben. Ein gewaltiges Kraggewölbe überdeckt diese Kammer ebenso wie die zweite Vorkammer. Am Ende der zweiten Kammer befand sich eine Holztreppe die ich neugierig hinaufging. Ich hatte darüber gelesen, dass diese Treppe zu einem fast 8 Meter hoch liegenden Korridor führt, über den man zur Grabkammer gelangt! Der Eingang zum Korridor war jedoch verschlossen. Enttäuscht stieg ich die Treppen wieder hinunter.
Wir schauten uns noch in Ruhe um. Zahlreiche Feldermäuse flatterten aufgeregt hin und her. Ich finde Fledermäuse eigentlich ganz süß,
das Problem ist nur der beißende Geruch von
Fledermauskot. Nicht ohne Grund nennen die Einheimischen die Rote Pyramide im Volksmund "El-Haram el Watwat", die "Fledermauspyramide". Nachdem ich nun dort war, kann ich das gut verstehen.
Wir beschlossen, wieder hinaufzusteigen, nicht zuletzt, weil wir uns auch nach frischer Luft sehnten.
Der Aufstieg verlief ebenfalls ohne Probleme. Am Eingang gab ich dem Wächter die Taschenlampe mit Bakschisch zurück.
Uli und Anke freuten sich über unser Kommen und sehnten sich schon nach dem klimatisierten Bus. Als wir dann alle wohlbehalten eintrafen, konnte die Fahrt weitergehen!
An dieser Stelle gebe ich zurück an Uli!

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